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Geschichte des Chores

Aus der Geschichte des Chores an der Basilika Seligenstadt

 

Der Chor an der Basilika wurde 1849 als "Cäcilen-Verein" gegründet.
In den politisch unruhigen Jahren 1848/49 wurden in Seligenstadt zwei Vereine gegründet: die heute noch bestehende "Turngemeinde 1848" und ein Kirchengesangsverein, der sich später "Cäcilien-Verein" nannte. Acht Männer des von Oberlehrer Jakob Weil und den Brüdern Engelbert und Michael Franz gegründeten Cäcilien-Vereins hatten es sich zur Aufgabe gemacht, zur Ehre Gottes durch Gesang den Gotttesdienst mitzugestalten.
Im Jahre 1852 wurden die Statuten für den neuen Gesangverein von Engelbert Franz aufgestellt und von den acht Gründungsmitgliedern unterschrieben. Bis 1863 waren 84 Männer dem Cäcilien-Verein beigetreten, Frauen wurden noch nicht aufgenommen.
Die erste nachweisbare Generalversammlung fand am 16. August 1891 statt. Im Jahre 1928 wurden erstmals Vertreter der Damen des gemischten Chores in den Vorstand gewählt, so dass angenommen werden kann, dass ab dieser Zeit Frauen als vollwertige Mitglieder Anerkennung fanden. In der Generalversammlung vom 2. Februar 1930 wurde nach Beschluss der Mitglieder der Chor "Cäcilien-Verein Chor an der Basilika" benannt.
Da der Cäcilien-Verein eine Gemeinschaft darstellte, die sich nur kirchlich-religiösen Aufgaben widmete, blieb der Chor von direkten Eingriffen des NS-Staates in den Jahren 1933-45 verschont. Zwar durfte der Chor als geschlossene Gruppe in der Öffentlichkeit nicht mehr in Erscheinung treten, doch konnten die Gesangsstunden in gewohnter Weise stattfinden. Am 11. Mai 1946 fand die erste Generalversammlung nach "Einrücken der Amerikaner" statt.
Nachdem das 90-jährige Jubiläum 1939 infolge der politischen Verhältnisse, Kriegszeiten und Diktatur im NS-Staat nicht gefeiert werden konnte, rüsteten Vorstand und Mitglieder umso eifriger zur würdigen Gestaltung des Hundertjährigen Stiftungsfestes 1949.
Im Jahre 1974 erhiel der Chor an der Basilika die Palestrina-Medaille des "Allgemeinen Deutschen Cäcilienverbandes", die an Kirchenchöre vergeben wird, die auf dem Gebiet der Kirchenmusik besondere Leistungen erbracht haben.

Neben der geistlichen Kirchenmusik veranstaltete der Chor Familienabende mit "lebendigen Bildern", Lied- und Konzertvorträge, Gedenkfeiern, Wohltätigkeitskonzerte für die hiesigen "Barmherzigen Schwestern". Zur Wiedereinführung der Seligenstädter Wallfahrt zu den Heiligen Marcellinus und Petrus 1893 übernahmen Vereinsmitglieder den Ordnungsdienst.
Wie auch heute wurde das Stiftungsfest des Cäcilien-Vereins am Patronatstag der Heiligen Cäcilia, dem 15. November oder am folgenden Sonntag mit einer Messe und Familienabend gefeiert. Auch gehörten und gehören Ausflüge und Fahrten des Chores zum Jahresprogramm.
In jedem Jahr feiert der Chor an der Basilika an Fronleichnam sein Sommerfest - dies war in den früheren Jahren ein Waldfest "im Bangert", seit 1976 auf dem Gelände der Kolpingfamilie Seligenstadt.
Die Chorfastnacht hat sich aus einer vereinsinternen "närrischen Singstunde" und früheren Masken- und Kostümbällen ab 1972 einer der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglichen Fastnachssitzung mit Büttenreden und Gesang entwickelt.
 

Autoren: Marcellin Spahn und Karl Ewald

 

Gründer des Chores 1849

Jakob Weil
Engelbert Franz
Michael Franz
Adam Lotz
Franz Acker
Bernhard Hoffmann
Karl Kirchner
Michael Dalquen
Heinrich Neubauer

 

Dirigenten des Chores

Jakob Weil (1849-1880)
Wilhelm Simrock (1880-1881)
Johann Franz II (1881-1922)
Hans Arnold (1922-1967) *) Vizedirigent Lehrer Spies vertrat Lehrer Hans Arnold während seiner Militärzeit von 1940 bis 1941
Helmut Krämer (1967-1968)
Diethard Herr (1968-1993)
Christian Fischer (Sep. 1993 - Okt. 1993)
Hartmut Wurzel (Nov 1993 - Feb 1994)
Mario Pinggera (März 1994 - Nov 1996)
Marco Aurelio Dos Santos (Nov 1996 - Dez 1996)
Nicolo Sokkoli (1997 - Aug 1998)
Thomas Gabriel (Sept 1998-2012)
Nicolo Sokkoli (2013-2016)
Felix Ponizy (ab 2017)

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